Sonntag, 26. Juni 2016

Weinbergschneckenumsiedelei - Ein neuer Trend?






Hm, seit sich in Permakulturkreisen herumspricht, dass Weinbergschnecken die unliebsamen und zur Plage gewordenen spanischen Wegschnecken und einheimischen Wegschnecken vertreiben können, scheint ein Trend zur Schneckenumsiedelei zu entstehen. Natürlich werden diese nicht den Wäldern entnommen, sie landen als "heiße Ware" unter Freunden dann eben beim nächsten Hobbygärtner.

Dazu bewegen mich gerade diese Gedanken:

1. Eine oder mehrere Weinbergschnecken verlieren dadurch ihren bisherigen Lebensraum. Menschen, die sich in Not sehen, in ihnen eine Chance sehen, die Plagegeister loszuwerden, mag das nur wenig interessieren.

2. Sie erleiden schon allein durch Anfassen und den Transport, dies ja zumeist am helligten Tag, vermutlich einen Angstschock.



3. Wenn ein Garten bisher keine Weinbergschnecken zeigte, ist das ein
                                    
 ... natürlicher Hinweis ...

darauf, dass dieser Garten genau diese Schneckenart nicht halten konnte. Weinbergschnecken vertragen z. B. saure Böden gar nicht, da sie regelmäßig Kalk aufnehmen müssen, um ihre Häuser zu bauen oder stabil zu halten. 

4. Gerne wird vergessen, dass nicht nur die Weinbergschnecken die Gelege der Wegschnecken fressen sollen, sondern, dass auch die Wegschnecken die Gelege der Weinbergschnecken fressen können. Kommen also 6 Weinbergschnecken in einen Garten mit einer ausgereiften Wegschneckenplage, wird ihr Überleben dort zu einem Experiment mit wagem Ausgang.


5. Weinbergschnecken haben mehr natürliche Feinde als z. B. spanische Wegschnecken, die vielen potentiellen Fraßfeinden zu bitter schmecken.

6. Weinbergschnecken befreien einen Schadschneckengeplagten auch nicht komplett davon, weiterhin die Schneckenwacht im Garten zu behalten. Besonders für die ersten Jahre einer Zusiedelung von Weinbergschnecken fallen da weiterhin Tätigkeiten wie das Absammeln der Schadschnecken an. Weinbergschnecken sind kein Zaubermittel, das Bequemlichkeit schafft.


7. Ich bin der Meinung, dass jeder Garten bereits natürliche Feinde von Schadschnecken bereithält, diese zu fördern, anstatt andere heranzuschleppen, kann ja wohl genügen. 

8. Weinbergschnecken können zur Gegenplage werden, wenn die richtige Versorgung für sie nicht stattfindet. Mitnichten ist davon auszugehen, dass sie die Leckerlies im Garten unter fehlenden, grundsätzlichen Bedingungen nicht verspeisen.



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